FAQ – Häufige Fragen zur Mamma-Diagnostik

Wann ist eine bildgebende Untersuchung der Brust (Mammadiagnostik) zu empfehlen?
  • Wenn Sie oder Ihr Arzt einen Knoten in der Brust getastet haben.
  • Wenn sich die Brustwarze, der Warzenvorhof oder die Haut der Brust verändert hat.
  • Wenn in der Brust Schmerzen, v.a umschrieben und einseitig, auftreten.
  • Bei pathologischer Absonderung von Flüssigkeit aus der Brustwarze (geringe Mengen milchiger Flüssigkeit sind meist unbedenklich).
  • Bei vergrößerten Achsellymphknoten, die nicht durch einen allgemeinen Infekt, eine Entzündung oder Hautwunde oder durch eine Allgemeinerkrankung, wie z. B. ein Lymphom zu erklären sind.
  • Nachsorgeuntersuchungen nach einer Brustkrebsbehandlung.
    Bei Zustand nach Diagnose einer Krebsvorstufe (atypische duktale Hyperplasie, radiäre Narbe lobuläres in-situ Karzinom).
  • Bei Entzündungen der Brust.
  • Bei familiärem Brustkrebsrisiko (laut aktueller S3-Leitlinie ein Brustkrebs-Fall bei Verwandten ersten oder zweiten Grades, oder zwei Mammakarzinome bei Verwandten 3. Und 4. Grades. Eierstockkrebs bei Verwandten 1. Grades).
  • Hochrisikosituation bei Frauen mit diagnostizierter Brustkrebsmutation oder familiärer Häufung.
  • Im Rahmen der üblichen Brustkrebsfrüherkennung.
Bei der Röntgenmammographie wird die Brust komprimiert. Warum ist dies notwendig und kann man dadurch Brustkrebs auslösen?

Bei der Lagerung und Kompression der Brust achtet eine Fachkraft darauf, dass der Druck nicht zu stark ist. Ernsthafte Verletzungen können nicht auftreten. Bei empfindlichen Personen kann die Haut danach etwas gerötet und die Brust kann leicht schmerzhaft sein. Brustkrebs wird hierdurch sicher nicht ausgelöst!

Die Kompression macht die Brust „dünner“. Dies ist aus 2 Gründen wichtig. Erstens wird das Gewebe schärfer dargestellt, und somit die diagnostische Aussagekraft verbessert. Zweitens wird die notwendige Strahlendosis deutlich reduziert.

Wenn die Röntgenmammographie mit einer Strahlenbelastung verbunden und zudem bei dichten Brüsten ungenau ist, warum kann dann die Mammadiagnostik nicht alleine mit dem Ultraschall gemacht werden?

Auch der Ultraschall ist bei manchen Frauen ungenau, z.B. bei großer und bei fettreicher Brust. Zudem ist die Untersuchung sehr stark untersucherabhängig. Auch ist der Ultraschall wenig empfindlich in der Darstellung bestimmter, auf Krebs hinweisender Veränderungen (v.a. winzige Tumorverkalkungen).

Der Ultraschall als primäre Methode der Mammadiagnostik, ohne gleichzeitige Röntgenmammographie kommt zum Einsatz bei:

 

  • Frauen unter 40 Jahren
  • Schwangeren Frauen
  • Stillenden Müttern
  • Der Verlaufskontrolle von im Ultraschall erhobenen Befunden
Wann ist die Durchführung einer Kernspin-Mammographie sinnvoll?

Allgemein gültige und anerkannte Empfehlungen gibt es nicht. Die Kernspinmammographie kann eine wertvolle Hilfe in der Nachsorge bei Zustand nach brusterhaltender Therapie eines Mammakarzinoms sein. Hier ist zum einen das Risiko einer weiteren Brustkrebserkrankung höher, als im Durchschnitt, zum anderen sind Mammographie und Ultraschall durch narbige Veränderungen mitunter erschwert zu beurteilen.

Die Kernspinmammographie ist eine wichtige Zusatzmethode bei Patientinnen mit hohem familiärem Brustkrebsrisiko.

Es gibt Frauen, bei denen Röntgenmammographie und Ultraschall beide gleichermaßen erschwert zu beurteilen sind, z.B. bei einer hochgradigen Mastopathie. Hier kann die Kernspinmammographie ein Karzinom mit hoher Sicherheit ausschließen.

Manchmal kann die Kernspinmammographie als „Schiedsrichter“ eingesetzt werden, wenn es aufgrund von Ultraschall und Mammographie nicht möglich ist, einen gutartigen von einem bösartigen Herd zu unterscheiden. Oder zur Entscheidung, ob eine Gewebsentnahme angeraten ist.

Bei gesichertem Brustkrebs kann in manchen Fällen die Kernspinmammographie nötig sein, um weitere Krebsherde nachzuweisen oder auszuschließen (multifokales und multilokuläres Mammakarzinom). Dies kann Konsequenzen für die Wahl der Behandlung haben.

Bei Brustimplantaten ist die Kernspinmammographie die genaueste Methode, um Schäden am Implantat nachzuweisen und hinter dem Implantat liegendes Gewebe zu beurteilen.

Wann erfahre ich das Ergebnis der Untersuchung?

Im Anschluss an die Untersuchung wird Ihnen das Ergebnis in einem Gespräch mitgeteilt. Der schriftliche Befund geht in der Regel am nächsten Arbeitstag an den zuweisenden Hausarzt und/oder Gynäkologen.

Eine Ausnahme bildet die Röntgenmammographie: hier werden die Aufnahmen noch von einem zweiten Radiologen kontrolliert und befundet. Es kann daher 7 bis 10 Tage dauern, bis der schriftliche Befund an den Zuweiser geht.

Im Falle eines Karzinomverdachtes erhalten Sie im Diagnosegespräch vom Arzt einen handschriftlichen Kurzbefund und eine CD mit den Aufnahmen. Damit können Sie, ohne auf den schriftlichen Bericht warten zu müssen, Ihren Gynäkologen aufsuchen.

Wie gefährlich ist die Strahlenbelastung der Röntgenmammographie?

Das Strahlenrisiko der Mammographie wurde in vielen internationalen wissenschaftlichen Studien erfasst und bewertet. Demnach herrscht unter Experten mehrheitlich die Auffassung, dass die regelmäßige Teilnahme an Brustkrebsuntersuchungen zur deutlichen Verringerung der Sterberate führt.
Dem gegenüber steht eine statistisch minimale Erhöhung der Sterblichkeit durch die Strahlenbelastung.
Verantwortungsvoll eingesetzt und richtig indiziert übersteigt der Nutzen der Mammographie deren Risiko bei weitem. Auch wird durch den technischen Fortschritt die Strahlendosis ständig reduziert.

Warum wird manchmal zusätzlich zur Mammographie noch ein Ultraschall der Brust (Mamma-Sonographie) durchgeführt?

Der Brustultraschall kann unter bestimmten Bedingungen ein wichtiger ergänzender Bestandteil der Mammadiagnostik sein.

 

  • Bei Frauen mit röntgendichter Brust. Hier können die Röntgenstrahlen die Brust schlecht durchdringen. Dies hat zur Folge, dass Herdbefunde, auch Karzinome, sich nicht abgrenzen lassen. Etwa die Hälfte der Frauen hat eine Brustgewebsdichte, die eine ergänzende Mammasonographie erfordert.
  • Manchmal zeigt die Röntgenmammographie einen Schatten, der schlecht einzuordnen ist. Der Ultraschall kann dann eventuell nachweisen, dass eine sicher gutartige Läsion, z.B. eine Zyste vorliegt.
  • Die Sonographie kommt ferner als ergänzende Methode zum Einsatz, wenn klinisch und/oder mammographisch ein karzinomverdächtiger Herd vorliegt.
Werden Mammographie und Mamma-Ultraschall von meiner Krankenkasse bezahlt?

Bei privat versicherten Personen werden die Kosten üblicherweise erstattet. Gesetzlich krankenversicherte Frauen benötigen einen Überweisungsschein ihres Frauen- oder Hausarztes.

Wird die Kernspinmammographie von meiner Krankenversicherung bezahlt?

Bei privat krankenversicherten Frauen werden die Untersuchungskosten in aller Regel erstattet.

Bei gesetzlich krankenversicherten Frauen ist die Untersuchung nur unter zwei definierten engen Voraussetzungen im Leistungskatalog enthalten:

  • Bioptisch gesicherte Lymphknotenmetastasen in der Achselhöhle, wenn ein Mammakarzinom ursächlich in Betracht kommt, jedoch mit Mammographie und Ultraschall nicht nachgewiesen werden kann.
  • Zustand nach Mammakarzinom, mit brusterhaltender Therapie oder plastischem Brustaufbau behandelt, wenn ein Rezidivverdacht nicht mittels Mammographie und Ultraschall geklärt werden konnte. Die Kernspinmammographie ist hier frühestens 6 Monate nach der Operation bzw. 12 Monate nach Beendigung einer Strahlentherapie der Brust möglich.

Manchmal kann eine Kernspinmammographie medizinisch begründet sein, obwohl die sehr eng gefassten Kriterien für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung nicht erfüllt sind. Sie können dann versuchen, bei Ihrer Krankenkasse individuell eine Übernahme der Kosten zu beantragen. Unsere MitarbeiterInnen unterstützen Sie hierbei gerne!

Wie beeinflussen weibliche Hormone die Mammadiagnostik?

Bei Frauen mit hormonellem Zyklus ist, wenn möglich, eine Untersuchung etwa in der zweiten Zykluswoche (6.-15. Zyklustag) anzustreben.
Dies gilt für alle Modalitäten, d.h. klinische Untersuchung, Ultraschall, Röntgen- und Kernspinmammographie gleichermaßen. In diesem Zeitraum ist die Brust am besten zu beurteilen. Außerdem ist die Kompression bei der Röntgenmammographie hier am wenigsten unangenehm.

Nach der Menopause können Hormonpräparate die Diagnostik durch hormonbedingte Gewebsveränderungen erschweren.
Vor Durchführung einer Kernspinmammographie wird ein Absetzen der Hormonersatztherapie für mindestens 6-8 Wochen empfohlen, wenn keine Notfallsituation vorliegt. Eine hormonelle Kontrazeption wirkt sich im Allgemeinen nicht negativ auf die Kernspinmammographie aus.