

Die virtuelle Coloskopie stellt ein spezielles CT-Verfahren (CT-Colonographie) dar, bei dem mit modernen Multislice-CT-Scannern ein Datensatz des Bauches gewonnen wird, aus dem mit einer speziell ausgerüsteten Workstation im Rahmen einer aufwändigen Nachbearbeitung eine dreidimensionale, räumlich exakte Abbildung des Dickdarms erstellt wird. In dieser kann der Radiologe durch den Darm navigieren und nach krankhaften Veränderungen suchen.
Für die Untersuchung muss eine Sonde anal eingeführt werden, über die der Dickdarm mit Luft entfaltet werden kann, dies wird durch die Gabe des spasmolytisch wirkenden Medikaments Buscopan® unterstützt. Der Patient muss lediglich ca. 30 Sekunden die Luft anhalten, alles andere geschieht automatisch. Die Datenerfassung erfolgt zunächst in Rückenlage, anschliessend in Bauchlage, dies sichert die Entdeckung von Befunden, die sich sonst lageabhängig verbergen können. Wir geben in der Regel auch Kontrastmittel intravenös, weil so die Beurteilbarkeit der übrigen Organstrukturen, die ja mit erfasst werden, deutlich verbessert wird. Die Gabe von Kontrastmittel ist aber nicht obligat, bei Vorliegen von Kontraindikationen kann darauf verzichtet, die virtuelle Coloskopie funktioniert auch so und zwar ohne Einschränkung der diagnostischen Aussagekraft für die Beurteilung des Dickdarms. 
Hauptindikation für eine Dickdarmuntersuchung – sowohl für die endoskopische als auch für die virtuelle Coloskopie – ist der Ausschluss oder Nachweis polypöser und vor allem tumoröser Erkrankungen. Die Erkrankungsrate für Dickdarmtumoren in unserer Gesellschaft ist hoch mit steigender Tendenz. Nur bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungsaussichten gut.
Als grundsätzliche Indikation für die virtuelle Coloskopie kann angesehen werden eine nicht oder nur teilweise (auch früher) mögliche Coloskopie sowie alle Indikationen zur Röntgenstandarduntersuchung des Dickdarms (KE), dabei ist unbestritten, dass die virtuelle Coloskopie bei vergleichbarer Strahlenbelastung dem KE in der diagnostischen Wertigkeit deutlich überlegen ist.
Entzündliche Dickdarmerkrankungen sind keine Indikation zur virtuellen Coloskopie. 
Wir führen diese Untersuchung in unseren Räumen im Loretto-Krankenhaus durch, dort besteht sowohl internistisch als auch chirurgisch stationär ein gastro-enterologischer Schwerpunkt mit entsprechend spezialisierten Abteilungen und einer hohen Anzahl endoskopischer Untersuchungen, zudem sind weitere niedergelassene Kollegen endoskopisch am Hause tätig.
Die enge Kooperation mit den Kollegen gewährleistet, dass weiter abklärungsbedürftige oder behandlungsrelevante Befunde rasch weiter versorgt werden können, idealerweise noch am selben Tag. 
Planmäßig nach Vereinbarung 
Die Untersuchung erfordert eine spezielle Vorbereitung einschließlich kompletter Darmreinigung, hierzu kann ein Informationsblatt als Fax angefordert oder als PDF-Datei geladen werden.
Unbedingt erforderlich ist zur Beratung und Indikationsprüfung ein Vorabgespräch mit dem Radiologen (Kontakt: Dr.Müller Tel. 38565-70), bei dem geklärt wird, ob das Verfahren für die jeweilige Fragestellung sinnvoll angewendet werden kann. Darüber hinaus müssen auch die Vorteile und Nachteile gegenüber der echten endoskopischen Coloskopie erörtert werden.
Grundsätzlich können als Vorteile der Methode genannt werden eine Beurteilung der gesamten Schleimhaut (bei der Coloskopie werden im Durchschnitt 15 - 20% der Schleimhaut nicht eingesehen), ein objektiver und jederzeit reproduzierbarer Datensatz, eine geringere Invasivität, praktisch fehlende Komplikationen und die zusätzliche Mitbeurteilbarkeit aller übrigen Organstrukturen (Leber, Gallenblase, Milz, Pankreas, Nieren, Nebennieren, große Gefäße u.a.) des Bauches bei derselben Untersuchung. So kann z.B. bei Vorliegen eines Dickdarmtumors mit einer einzigen Untersuchung eine exakte Lokalisation und Evaluation des Tumors und durch die Mitbeurteilung der übrigen Bauchorgane auch eine komplette Stadiumbestimmung (Staging) erreicht werden.
Als Nachteile sind vor allem zu nennen die nicht zu vernachlässigende Strahlendosis und die fehlende Möglichkeit zur Punktion kritischer Befunde oder zur Polypabtragung. 
Diese betreffen das fakultativ benötigte jodhaltige Kontrastmittel und beinhalten als wichtigste Ausschlusskriterien eine schwere Jodallergie, eine Schilddrüsenüberfunktion und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Gegebenenfalls kann auf das Kontrastmittel verzichtet werden. 
Eine Terminvereinbarung für diese Untersuchung ist erforderlich.
(Dr. Müller, Tel. 0761 / 38565-70)
Bitte kommen Sie nicht mit dem eigenen KFZ zur Untersuchung (Buscopan® kann vorübergehende Sehstörungen verursachen). 
Die Durchführung der virtuellen Coloskopie mittels MRT ist zur Zeit Thema umfangreicher Forschungsarbeiten, kann derzeit aber noch nicht als technisch ausgereiftes Verfahren angeboten werden. Dies ist wahrscheinlich in einigen Jahren möglich, dann könnte die Untersuchung ohne jegliche Strahlenbelastung durchgeführt werden.
Leider stellt die virtuelle Coloskopie derzeit noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen dar, so dass wir das Verfahren nur Privatpatienten und Selbstzahlern anbieten können.
Eine ausführliche Information zur Virtuellen Coloskopie bietet im Internet die Felix Burda Stiftung unter www.darmkrebs.de/frueherkennung-diagnose/untersuchungsmethoden/virtuelle-koloskopie/ 
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