IDR-Patienten-Information:

Antworten auf häufige Fragen zur Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT)

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1. Ist die MRT mit einer Strahlenbelastung verbunden?

Nein. Die MRT arbeitet völlig ohne Röntgenstrahlen.

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2. Ist die MRT mit Risiken für meine Gesundheit verbunden?

Die MRT wird seit Mitte der 1980er Jahre in der Medizin am Menschen angewendet. Für die klinisch angewendeten Magnetfeldstärken, Untersuchungsprotokolle und Messzeiten sind bisher keinerlei biologisch schädliche Wirkungen bekannt, obwohl die Methode bereits millionenfach angewendet wurde. Risiken bestehen nur, wenn im Körper bestimmte Metallfremdkörper oder medizinisch-elektronische Implantate vorhanden sind.

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3. Kann die MRT auch während der Schwangerschaft angewendet werden?

Im zweiten und letzten Schwangerschaftsdrittel kann die MRT bedenkenlos angewendet werden. Im ersten Drittel der Schwangerschaft, während der Entstehung der inneren Organe und des Gehirns, ist der Embryo am empfindlichsten. Es gibt zwar keine Hinweise dafür, dass in dieser Phase die MRT den Embryo tatsächlich schädigen kann, man wird hier aber aus Sicherheitsgründen ihre Anwendung auf sehr dringliche Situationen beschränken.

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4. Wann kann eine MRT nicht durchgeführt werden (Gegenanzeigen)?

Gegenanzeigen ergeben sich aus den technischen Grundvoraussetzungen der MRT, dem hohen statischen Magnetfeld und den hochfrequenten Wechselfeldern im Radiofrequenzbereich.

  • Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren stellen eine Gegenanzeige für die MRT dar.
  • Andere elektronische Implantate, wie Cochlear Implants, Medikamentenpumpen etc. können durch die Magnetfelder zerstört oder funktionsuntüchtig werden. Zum Teil wurden hier bereits MRT-verträgliche Geräte, z.B. elektronikfreie Schmerzpumpen, entwickelt. Falls bei Ihnen ein solches implantiert wurde, bringen Sie bitte den Gerätepass oder sonstige Unterlagen mit, aus denen die MRT-Verträglichkeit hervorgeht.
  • metallische Fremdkörper können eine Gegenanzeige für die MRT darstellen. Gefährlich sind eisenhaltige Metallfremdkörper, insbesondere, wenn diese in empfindlichen Organen liegen. Zahnimplantate und -füllungen, Chirurgische Materialien, wie OP-Clips, Gelenkprothesen, Schrauben, Platten und Nägel in Knochen, Gefäßstents usw. sind in aller Regel unbedenklich. Aufgrund der weitverbreiteten Anwendung der MRT achten die Hersteller mittlerweile auf MRT-Verträglichkeit. Probleme kann es bei medizinischen Metallfremdkörpern geben, wenn diese vor der MRT-Ära implantiert wurden.

 

Im Zweifelsfalle geht die Patientensicherheit vor und man wird alternative Untersuchungsverfahren - wie die Sonographie oder Computertomographie - einsetzen.

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5. Wie lange dauert die Untersuchung?

Je nach Organ und Fragestellung dauert die eigentliche MRT-Untersuchung zwischen 15 und 30 Minuten. Bei sehr aufwendigen Untersuchungen (Ganzkörper-MRT, Herz-MRT) kann die Untersuchungszeit bis zu einer Stunde betragen.

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6. Was ist der Unterschied zwischen Computertomographie (CT) und MRT?

CT und MRT sind beide Schnittbildverfahren, d.h. der zu untersuchende Organbereich wird in Schichten von wenigen Millimetern Dicke überlagerungsfrei dargestellt. Der wesentliche Unterschied liegt im zugrundeliegenden physikalischen Prinzip: 

Die CT arbeitet dabei mit Röntgenstrahlen. Die MRT setzt die Magnetresonanz der Wasserstoffatome unseres Körpers in Bildinformation um, und kommt ganz ohne Strahlenbelastung aus. Die CT hat den wiederum den Vorteil, dass die Untersuchungszeit nur wenige Minuten beträgt. Der Patient muss auch nicht in einer relativ engen Röhre liegen.

 

Viele Faktoren spielen bei der Wahl des am besten geeigneten Schnittbildverfahrens eine Rolle: u.a. das darzustellende Organ, spezielle Fragestellungen, Alter und Kooperationsfähigkeit des Patienten, Gegenanzeigen gegen eines der Verfahren oder das dabei angewendete Kontrastmittel. Es ist letztlich die Aufgabe des Radiologen, das für Sie adäquate Schnittbildverfahren auszuwählen.

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7. Warum wird für die MRT Kontrastmittel in eine Vene injiziert?

Bei vielen MRT-Untersuchungen kann auf die Kontrastmittelgabe verzichtet werden. Ob die Kontrastmittelgabe nötig ist, hängt ab vom zu untersuchenden Organ, von der Fragestellung und Verdachtsdiagnose und von eventuell erhobenen krankhaften Befunden, die mittels Kontrastmittel genauer diagnostisch eingeordnet werden sollen.

 

In der MRT werden gadolineumhaltige Verbindungen als Kontrastmittel angewendet. Gadolineum ist chemisch gesehen eine sogenannte seltene Erde. In Kontrastmitteln ist es in sehr stabile chemische Komplexe, sogenannte Chelate eingebunden. Gadolineumhaltige Kontrastmittel werden über eine Vene in den Blutkreislauf injiziert und liefern im weitesten Sinne Informationen über das Gefäßsystem. So können in der MR-Angiographie die Gefäße des Körpers genau dargestellt werden. Das Kontrastmittel kann eine vermehrte Durchblutung in einem Tumor oder einer Entzündung anzeigen. Im Gehirn kann man mit Kontrastmittel eine Störung der Blut-Hirnschranke nachweisen, was Rückschlüsse auf die Art und Ursache einer krankhaften Veränderung zulässt.

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8. Welche schädlichen Wirkungen und Risiken drohen mir durch die Kontrastmittelgabe?

Nebenwirkungen sind selten. Es kann an der Injektionsstelle zu vorübergehenden Reizungen kommen. In sehr seltenen Fällen kann das Kontrastmittel eine allergische Reaktion auslösen. Es handelt sich meist um Hauterscheinungen, Juckreiz, oder Asthma ähnliche Symptome. In den allermeisten Fällen limitieren sich die Symptome selbst. Manchmal ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. In extrem seltenen Fällen kann ein lebensbedrohlicher allergischer Schock ausgelöst werden.

 

In den letzten Jahren ist eine weitere schädliche Nebenwirkung gadolineumhaltiger Kontrastmittel bekannt geworden, die nephrogene systemische Fibrose. Es handelt sich um ein schweres, häufig tödliches Krankheitsbild, welches durch immunologische Reaktionen auf nicht aus dem Körper ausgeschiedenes Gadolineum hervorgerufen wird. Diese Nebenwirkung ist allerdings extrem selten und tritt ausschließlich bei Patienten mit einer hochgradigen Einschränkung der Nierenfunktion auf. Daher muss bei Patienten mit bekannter Nierenerkrankung und allgemein bei Personen älter als 50 Jahre der Serumkreatininwert vorliegen. Dieser Blut-Laborwert gibt Aufschluss darüber, ob die Nierenfunktion in relevanter Weise eingeschränkt ist.

 

Wir prüfen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion besonders kritisch, ob die Kontrastmittelgabe medizinisch wirklich notwendig ist. Falls unumgänglich, wird eines der Kontrastmittelpräparate verabreicht, die nach heutigem Wissenstand die nephrogene systemische Fibrose am seltensten hervorrufen.    

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